Waldorf Schulen in Österreich

Ebenso wie in Deutschland herrscht auch in Österreich die gesetzliche Schulpflicht für jedes Kind. Dabei bleibt es jedoch jedem Elternteil selbst überlassen, auf welche Schule sie ihr Kind schicken möchten. Natürlich sollte bei dieser Entscheidung dennoch stets die Lernfähigkeit und Leistungsbereitschaft des Kindes im Vordergrund stehen. Wem es wichtig ist, dass sein Kind aber nicht nur mathematisch Formeln und Grammatikregeln lernt, sondern auch im Bezug auf sein soziales Umfeld richtig erzogen wird, für den stellt eine österreichische Waldorfschule die ideale Unterbringung für die schulische Zeit des Kindes dar.

Welche Vorteile und Möglichkeiten bieten Waldorfschulen?

Das Prinzip der Waldorfschulen besteht aus Bildung und Erziehung sowie dem Lehren der individuellen Verantwortung, dem eigenständigen Handeln und der Entwicklung der eigenen sozialen Fähigkeiten. Waldorfschulen bewerten die Einschulung der Schüler nicht nach Leistung. Getreu dem Motto “gleiches Recht auf Bildung für alle” kann jedes Kind an einer Waldorfschule angemeldet werden, da diese dazu verpflichtet sind als Gesamtschule zu fungieren.

Die Schulzeit besteht insgesamt aus 12 Jahren, die Kinder mit verschiedenen Begabung und unterschiedlicher sozialer Herkunft gemeinsam verbringen. Durch dieses Schulsystem werden Kinder ab dem ersten Tag mit Toleranz und Verständnis konfrontiert. Sie lernen, dass jeder Mensch individuell ist und es Unterschiede bezüglich des sozialen Umfeldes gibt.
Zudem setzen Waldorfschulen auf das pädagogische Prinzip der Förderung. Den Kindern werden dort alle themenbezogenen Bereiche zur freien Entwicklung gelehrt, welche leiblichen, seelischen und geistigen Ursprunges sind. Die Entwicklung eines Menschen steht hier also im Vordergrund und wird mit einem breiten und umfangreichen Unterrichtangebot kombiniert. Der Lehrplan wird somit auf unterschiedliche Entwicklungsphasen der Kinder bereitgestellt. Auch Lehrmaterialien für den Unterricht sind selbstverständlich vorhanden.

Die Waldorfschule ist keine Begabungseinrichtung. Klassische Fälle des Mobbings sind hier selten anzutreffen, da die Kinder von Anfang an damit konfrontiert werden, dass Menschen unterschiedliche Talente und Begabungen besitzen. Man muss also beispielsweise nicht zwangsweise musisch begabt sein, um auf einer Waldorfschule aufgenommen zu werden. Das erspart nicht zuletzt den Druck, den sich Kinder beim lernen selber setzen, weil sie in jedem Unterrichtsfach glänzen möchten. Die unetrschiedlichen Begabungen und Talente werden erkannt und innerhalb einer Klasse zusammengeführt. Somit muss auch kein unnötiger Konkurrenzkampf zwischen den Kindern entstehen, wenn der eine einmal wieder besser sein möchte als der andere.

Auch auf Noten wird bei den Waldorfschulen keinen Wert gelegt, was nicht bedeutet, dass sich die Schüler keinen Lernüberprüfungen aussetzen müssen. Klassenarbeiten werden geschrieben, von den Lehrern korrigiert und die Schüler erhalten eine Rezension. Sie lernen also ebenfalls mit Prüfungen umzugehen, erhalten aber keinen Niederschlag durch schlechte Noten oder Sitzenbleiben.

Die Waldorfschulen bieten eine künstlerische und erziehungswissenschaftliche Ausbildung. Unterschiede zwischen Geburt, Klasse, Geschlecht, Herkunft oder Religion stehen hierbei nicht auf der Tagesordnung. Dank des Rahmenlehrplanes erlernen die Kinder umfangreiche Themenbereiche rund um das soziale Miteinander.
Der Lehrplan wird von den Lehrern variiert eingesetzt, damit Flexibilität, Methodik und Didaktik erreicht werden können. Die Aufgabe eines Klassenlehrers besteht in den ersten acht Jahren darin, das Kind als Autoritätsperson durch die Pflichtschulzeit zu führen. In der Oberstufe erreicht er dann auch den Status als Partner oder Vermittler, wodurch eine vertrauensvolle Atmosphäre zwischen Lehrern und Schülern erreicht wird.

Ein Überblick über die Waldorfschulen in Österreich

Waldorfschulen finden sich in vielen unterschiedlichen Regionen Österreichs. So besteht die Möglichkeit für Eltern, ihr Kind auf eine Waldorfschule nach Graz, Innsbruck, Kufstein, Klagenfurt, Linz, Salzburg, Unterolbendorf, Schönau, Götzis, Eisenstadt oder auf eine von insgesamt drei Waldorfschulen in Wien zu schicken.

Ebenso befindet sich in Graz eine Waldorfschule, die sich als Integrationsschule kennzeichnet und demnach perfekt geeignet für Kinder mit Mitgrationshintergrund ist, um ihren Weg in die österreichische Gesellschaft zu finden und davon zu profitieren.In Wien und Salzburg finden sich zugleich Waldorfschulen, die als Heilpädagogische Schulen bekannt sind.

Durch das vielfältige Angebot an Adressen wird es also wirklich jedem Kind ermöglicht eine Waldorfschule zu besuchen, wenn dies erwünscht ist.