Es ist eine Vielzahl an Materialien und Methoden entstanden seit der Öffnung des Frontalunterrichts in den 70er Jahren. Die Lehrmaterialien alleine führen aber nicht automatisch zu einer Unterstützung und Verbesserung des Lernprozesses. Der Einsatz von verschiedenen Medien muss vom Lehrer genau geplant werden: An welcher Stelle im Lernprozess ist es sinnvoll Lehr- und Lernmaterial einzusetzen und welches genau ist geeignet?
Wichtig ist das Arbeitsmaterial auf die jeweilige Zielgruppe anzupassen: Kleinkinder lernen anders als Schulkinder, Jugendliche oder gar Erwachsene. Sie können sich also nur einen Effekt vom Material versprechen, wenn sie den richtigen Grad der Schwierigkeit wählen. Aber auch zeitlich muss das Lehrmaterial sinnvoll eingesetzt werden, um die Lernenden weiter zu bringen. Ein Arbeitsblatt zur Lernkontrolle muss am Ende einer Lerneinheit ausgeteilt werden, da das entsprechende Wissen erst vermittelt werden muss und verstanden sein will.
Als Lehrmaterialien kommen zum Beispiel in Frage:
Bücher
Arbeitsblätter
Folien auf Over-Head-Projektoren
Computer
Internet
Einsatz von fachspezifischem Material
Einsatz von Arbeitsmaterial aus Alternativschulen
Wichtig ist, dass die Fülle an Lehrmaterialien nicht dazu führt, dass der Unterricht zu einer reinen Materialschlacht verkommt!
Eines der ältesten Lehrmittel ist das Buch. Generationen haben nur aus Büchern ihr Wissen bezogen. Sie liefern komprimierte Informationen und können überall hin mitgenommen werden. Sie eignen sich für den Schulunterricht genauso wie für das eigenständige Studium eines Themengebietes. Wer Interesse an der Topographie Österreichs hat, kauft sich also einfach ein Geographiebuch über dieses Land. Arbeitsblätter hingegen geben die Möglichkeit ein Thema kurz und knapp zu umreißen und die wichtigsten Informationen heraus zu filtern. Ein Arbeitsblatt könnte zum Beispiel die wichtigsten Fakten zum Tourismus im Thannheimer Tal zusammenfassen. Problematisch ist die in Schulen mittlerweile übliche Schwemme von Arbeitsblätter. Sie erzeugen, wenn sie nicht ordentlich abgeheftet werden, ein Chaos im Schulranzen.
Immer wichtiger wird der Computer als Lehrmittel: mit PowerPoint oder anderen Programmen wird eine Vielzahl an Folien vorbereitet, die nacheinander über einen Beamer an die Wand projiziert werden können. Diese Folien entsprechen jenen, die früher über Over-Head-Projektoren an die Wände von Klassenzimmern gespiegelt wurden. Der Vorteile des Computers gegenüber den einzeln aufgelegten Folien ist, dass man nicht mehr extra händisch Folien drucken oder schreiben muss. Auch die spätere Aufbewahrung erspart man sich mit dem Computer. Man sollte als Lehrer darauf achten, auch dieses Lehrmittel nicht über zu strapazieren. D
ie fünfte PowerPoint Präsentation im Geschichtsunterricht über die Entstehung der Republik Österreich wird langweilig – egal wie toll sie gemacht wurde!
Über den Computer können natürlich auch Lehrfilme über österreichische Zeitgeschichte angesehen werden, die man meist über die Mediatheken der Universitäten ausleihen kann. Zudem bietet der Computer die Möglichkeit, ins Internet zu gehen und dort interaktive Lehrmaterialien auszutesten wie grafische Programme für den Mathematikunterricht.
Natürlich gibt es auch fachspezifische Lehr- und Lernmaterialien:
im Musikunterricht benutzt man oft CD-Player oder den Computer zum Abspielen von Musikstücken von Mozart bzw. spielt selbst auf den passenden Musikinstrumenten die Stücke nach. Im Mathematikunterricht kommen beispielsweise Zirkel und Geodreieck zum Einsatz und im Biologieunterricht sind es Modelle von Tieren oder Organen. Da der Einsatz hier hauptsächlich auf ein Fachgebiet beschränkt ist, muss man sich gut überlegen ob der Nutzen die Anschaffungskosten rechtfertigt.
Neben diesen ganzen Lehrmaterialien gibt es ganz spezielle Materialien, die hauptsächlich in Alternativschulen zum Einsatz kommen: Wer sich für andere Wege des Lehrens interessiert, kann sich mit dem Ansatz von Montessori vertraut machen. Montessori-Schulen gibt es beispielsweise in Wien oder Klosterneuburg.
Nicht übertreiben!
Es gibt mittlerweile die verschiedensten Arten von Lehrmaterialien und alle können sinnvoll sein. Vermeiden sollte man als Lehrer auf jeden Fall zu viele oder immer dieselben Materialien einzusetzen. Gerade auch das selbstständige Arbeiten sollte nicht vernachlässigt werden. Versuchen Sie Abwechslung in das Lehren zu bringen, indem sie nicht nur Wissen vermitteln, sondern den Lernenden auch Hilfestellungen geben beim selbstständigen Erarbeiten eines Sachgebietes.