In der Regel besuchen Kinder, die dauerhaft in Österreich leben, ab ihrem dritten Lebensjahr den Kindergarten, der für mindestens ein Jahr Pflicht ist. Außerdem gibt es die Möglichkeit einens Vorschulbesuches ab dem fünften Lebensjahr, falls sich herausstellt, dass das Kind noch nicht reif genug für die Schule ist.
Die Unterrichtspflicht an sich gilt erst ab dem sechsten Lebensjahr; ab dann besucht ein Kind die sogenannte Volksschule.
Nach vier Jahren an dieser Volksschule, die das östereichische Pendant zur deutschen Grundschule darstellt, kann mit entsprechend guten Noten auf eine sogenannte Allgemeinbildende Höhere Schule, kurz AHS, in die Unterstufe gewechselt werden. Der Besuch einer Hauptschule ist alternativ jedem möglich. Zumindest in ländlichen Gegenden jedoch wird in der Regel die Hauptschule besucht, da diese wesentlich öfter vorhanden sind als Allgemeinbildende Höhere Schulen, von denen es wesentlich weniger gibt.
Allerdings gibt es auf der Hauptschule eine Einstufungsmöglichkeit der Schüler in drei verschiedene Leistungsgruppen, und die höchste Leistungsstufe ist von der Komplexität des Lehrstoffes her gleichwertig mit dem Lehrstoff der Allgemeinbildenden Höheren Schule, sodass nach Wunsch auch die Schule gewechselt werden kann, wenn sich herausstellt, dass der Schüler doch für den Besuch einer AHS geeignet ist. Besteht die Notwendigkeit, können Kinder außerdem eine Sonderschule besuchen.
Nach weiteren vier Jahren auf einer AHS oder einer Hauptschule kann entweder die AHS-Oberstufe, eine sogenannte Berufsbildende Höhere oder Mittlere Schule oder eine Polytechnische Schule mit dem anschließenden Besuch einer Berufsschule besucht werden. Bei letzerer handelt es sich dabei vor allem um eine Art abschließendes Schuljahr für Jugendliche, die nach dem Ende ihrer Schulpflicht sofort in das Berufsleben einsteigen wollen. Diese besagte Schulpflicht endet im Übrigen nach dem vierzehnten Lebensjahr.
Die AHS-Oberstufe und die Berufsbildende Höhere Schule schließen beide mit der Matura ab, die zum Besuch einer Universität, Fachhochschule, einer Akademie oder eines Kollegs oder einer Pädagogischen Hochschule berechtigt.
Für Studieninteressierte gerade aus Deutschland ist die Tatsache wichtig und interessant, dass in Österreich kein wie in Deutschland übliches System der Studentenauswahl per Numerus Clausus existiert. Gerade Studieninteressierte in Fächern, die in Deutschland wie beispielsweise Medizin mit einem extrem hohen Numerus Clausus belegt sind, zieht es daher vielfach nach Österreich. Hier ist nur in einigen, sonst extrem überlaufenen Fächern wie eben Medizin oder Psychologie ein Eignungstest für das Studium erforderlich, dessen Ergebnis dann als Richtwert für die eventuelle Vergabe oder auch Nicht-Vergabe eines Studienplatzes gehandelt wird. Wichtig ist hierbei außerdem, dass das Ergebnis des besagten Eignungstestes nur für die Universität gültig ist, an der der Test absolviert wurde. So kann beispielsweise der Eignungstest für das Fach Medizin sowohl in Wien als auch in Innsbruck absolviert werden, was für den Studieninteressierten natürlich doppelte Chancen bedeutet, ein Ergebnis zu erreichen, was zur Aufnahme eines Studiums reicht.
Studienleistungen, die in Österreich absolviert werden, können in der Regel, wenn ein Hochschulwechsel ins Heimatland beabsichtigt ist, europaweit relativ problem los anerkannt werden. Ein wenig schwieriger ist hingegen die Anerkennung des Studienabschlusses, da dieser in manchen Fächern wie beispielsweise Rechtswissenschaften oder Lehramt in Deutschland zusätzliche Qualifikationen erfordert, was nachvollziehbar erscheint, wenn man die Tatsache bedenkt, dass gerade beim Studium der Rechtswissenschaften deutliche Unterschiede zwischen dem deutschen und dem österreichischen Rechtssystem bestehen können.
Fachhochschulen, Akademien und Kollegs beschäftigen sich vor allem mit der praktischen Anwendung dessen, was an den Universitäten eher theoretisch unterrichtet wird. Zusätzlich sind in Österreich wesentlich mehr Fachhochschulen vorhanden als Universitäten, die sich oft lediglich auf die Bezirkshauptstädte und selbstverständlich die Landeshauptstadt Wien konzentrieren, weshalb sich viele Studieninteressierte eher für ein Studium an einer Fachhochschule entscheiden. Im Gegensatz zu vielen Universitäten herrscht hier in der Regel eine Anwesenheitspflicht, die Stundenpläne sind vorgegeben und viele Fachhochschulen haben ein komplizierteres Auswahlverfahren durch Eignungstests, persönliche Gespräche und sogar Intelligenztests.
Die Pädagogische Hochschule dient letzendlich einzig zur Ausbildung von späteren Lehrkräften an höheren Schulformen.